10 Schritte, um Deine (Groß)Eltern beim Online Datenschutz zu unterstützen

10 Schritte, um Deine (Groß)Eltern beim Online Datenschutz zu unterstützen
Wie viele dachtest wahrscheinlich auch Du, dass es ausreicht, mit der technischen Entwicklung auf dem laufenden zu bleiben und davon zu profitieren. In den letzten zehn Jahren hat sich die Technologie derart rasch weiterentwickelt, sodass immer mehr Menschen in den Genuss des Internets kommen. Jetzt ist es plötzlich an der Zeit, dass Du zum Lehrer wirst und Dich mit den technischen Problemen und Anfragen Deiner Eltern oder Großeltern befasst.
Um ihnen sicheres Online-Surfen zu gewährleisten, solltest Du Dir etwas Zeit nehmen und die Grundlagen der sogenannten Online-Hygiene erläutern. Auf diese Weise vermeidest Du immer wieder kehrende Probleme und Fragen, die auf Dauer ganz schön nerven können. Auf der anderen Seite haben Deine Eltern mehr Selbstvertrauen, wenn sie in der Lage sind das Internet verantwortungsbewusst zu nutzen.
Es wird sicherlich etwas Zeit in Anspruch nehmen, bevor Du die ältere Generation guten Gewissens in die Weite der Online Wildnis lassen kannst. Spätestens aber, wenn Du feststellst, dass die Profile Deiner Eltern "öffentlich" sind und alle persönlichen Daten freiwillig geteilt werden, solltest Du das Gespräch suchen.
Damit es nicht zu viel wird, fange mit den Grundlagen an. Beachte bitte, dass Du eventuell selbst die einfachsten Prozeduren mehrmals erklären musst.
Hier sind die 10 Dinge, die Du auf jeden Fall erklären solltest:
1. Sei vorsichtig, wenn Du auf Links klickst.

Erklär ihnen, dass es sich um eine Masche handelt, wenn ihnen eröffnet wird bei einer Verlosung gewonnen zu haben. Warne sie vor gefährlichen Websites und potenziellen Betrügereien. Ältere Semester tun sich oft schwer zu verstehen, dass alles kopiert, geteilt und gegen sie verwendet werden kann, ohne dass sie es überhaupt merken. Erkläre ihnen woran sie erkennen, dass die Website auf der sie sich befinden, sicher ist, z. B. ein "https" Zertifikat trägt. Das "s" steht für "sicher", was bedeutet, dass die Seite ein zusätzliches  Sicherheitszertifikat bietet.

2. Sei vorsichtig, was Du herunterlädst.

Sag ihnen, dass sie beim Besuch von Websites und beim Herunterladen von Apps vorsichtig sein müssen. Sie sollten Programme nur von der offiziellen Website des Anbieters beziehen. Es könnte sonst durchaus passieren, dass unwissentlich Schadsoftware heruntergeladen wird.

3. Bringen ihnen bei, wie sie sichere Passwörter erstellen.

Stelle sicher, dass sie eine Kombination aus Buchstaben und Symbolen für ihre Passwörter verwenden und dass sie für jede Website und jeden Dienst, den sie nutzen, ein eigenes verwenden. Dies ist besonders schwer zu vermitteln, aber Du solltest erklären, wie wichtig es ist, ein sicheres Passwort zu haben.

4. Überprüfe die Standardeinstellungen in ihren Social Media Profilen.

Es mag leicht sein bestimmte Funktionen zu aktivieren oder zu deaktivieren, aber Einstellungen "anzupassen" kann für jemanden eine echte Herausforderung sein. Vor allem wenn derjenige keine Ahnung hat, was "die Standardeinstellung" überhaupt bedeutet und wie viel diese bereits offen legt.

5. Zeige ihnen, wie sie das Internet sicher nutzen.

Erkläre ihnen, dass nicht alles was online publiziert und geschrieben wurde wahr ist, nur weil es irgendwo im Internet steht. Erkläre Ihnen, dass sie mit einigen Arten von Informationen skeptisch umgehen sollten. Zeige ihnen, wo sie nach dem Autor des Artikels suchen oder prüfen können, ob die Website vertrauenswürdig ist.

6. Stelle sicher, dass sie verstehen, was die Datenschutzeinstellungen bewirken.

Selbst grundlegende Wörter wie „Freunde“, „öffentlich“ und „privat“ können verwirrend sein. Sie haben möglicherweise eine andere Bedeutung als im wirklichen Leben, und diese Bedeutung sollte ihnen erklärt werden. Verschiedene soziale Plattformen verwenden unterschiedliche Wörter für dasselbe. Du solltest erklären, dass „Freunde“ nur „Follower“ oder „Bekannte“ sein können, und auf die Unterschiede in den Beziehungen hinweisen.

7. Hilf ihnen an Erfahrung zu gewinnen.

Dinge, über die Du dir gar keine Gedanken mehr machst, könnten für sie eine enorme Erleichterung im Umgang mit Computern darstellen. Zeige ihnen, wie sie verschiedene Ordner erstellen, oder Desktop-Verknüpfungen für die häufig verwendeten Ordner platzieren. Hilf ihnen, die Schriftart ihres Computers oder Telefons zu vergrößern. Überprüfe welche Apps sie auf dem Telefon haben, und lösche die Apps, die sie nicht verwenden oder gar nicht kennen. Ebenso solltest Du checken, welche News-Apps Push-Benachrichtigungen aktiviert sind, und diejenigen entfernen, die nicht relevant sind.

8. Installiere Antivirensoftware auf den Computern

Sag ihnen das es wichtig ist, die Software zu aktualisieren, sobald das Programm sie daran erinnert. Ebenso sollten Betriebssysteme auf dem aktuellen Stand gehalten werden.

9. Bringe ihnen bei, wie man mit E-Mails umgeht.

Sag ihnen, dass sie keine E-Mail öffnen sollten, die ihnen zunächst gar nichts sagt, und dass sich sicherlich nicht der nächste Millionengewinn hinter dieser Email verbirgt. Warne die Alten, dass sie niemals E-Mails öffnen sollten, wenn sie den Absender nicht kennen. Unerwartete und merkwürdig benannte Dateien sind ebenfalls untersagt.

10. Passe die Sicherheitseinstellungen des Browsers an.

Wenn Du der Meinung bist, dass Deine Eltern nicht alle Hinweise auf Anhieb umgesetzt bekommen, ist es möglicherweise eine gute Idee die Browsereinstellungen selbst anzupassen, um Schaden abzuwenden.
Lasst uns zusammen an all den Unwegsamkeiten arbeiten, die eine Verletzung unserer Privatsphäre ermöglichen. Zeige ihnen, wie sie Software herunterladen oder nur von seriösen Websites kaufen.
Diese täglichen oder wöchentlichen Routinen sollten sehr einfach und verständlich sein. Wenn Du also sicher sein willst, dass nichts in Vergessenheit gerät, kannst Du damit beginnen eine Checkliste auf ein Blatt Papier zu schreiben. Nur um sie auf die altmodische Weise zu erinnern worauf zu achten ist.