10 grundlegende Tipps zum Schutz Ihres Kindes vor Cybermobbing

10 grundlegende Tipps zum Schutz Ihres Kindes vor Cybermobbing

Cybermobbing ist eine Art von Missbrauch, der online stattfindet und manchmal sogar noch schädlicher ist als Mobbing im realen Leben. Der einfache Grund, online sind die Missbrauchstäter in der Lage, ihre Identität zu verbergen.

Unglücklicherweise kann jeder der das Internet nutzt, Opfer einer solchen Belästigung werden, hier wächst also ein echtes Problem heran. Leider sind oft Kinder ein leichtes Ziel der Täter, da diese sich aufgrund der fehlenden Reife und psychischen Instabilität oft nicht zu wehren wissen.

Menschen können überall zum Opfer werden - in sozialen Medien, Online Artikeln und E-Mails, in Spielen oder in verschiedenen Foren. Grundsätzlich überall dort, wo Menschen Inhalte erstellen, Meinungen teilen oder Konversation betreiben.

Wissenschaftlich gesehen, ist Cybermobbing eher ein Verhaltensproblem als ein technologisches. Es kann verschiedene Formen annehmen, wie etwa falsche Wahrheiten über jemanden zu verbreiten oder intime Bilder sowie Fakten zum Privatleben zu veröffentlichen. 

Üblicherweise sind es vermehrt Jugendliche, die zu Opfern, den sogenannten Cyberbullies werden. Sie haben ein geringes Selbstwertgefühl und sind emotional besonders empfindlich. Da sie tendenziell zunehmend in den sozialen Medien verkehren und sich immer mehr über "likes" und "tweets" profilieren und definieren, bietet sich hier eine besonders große Angriffsfläche und Plattform, die es, wie schon erwähnt den Tätern ermöglicht anonym zu bleiben.

Natürlich wäre es am besten, solch ein Mobbing erst gar nicht zuzulassen. Da dies allerdings nicht immer möglich ist, sollten Eltern in der Lage sein zu erkennen, wann Ihre Kinder unter Missbrauch leiden, um Unterstützung und Hilfe anzubieten.

Was können wir als Eltern tun, um Cybermobbing zu verhindern?

Unseren Kindern beizubringen wie sie sich online verhalten sollten, ist ebenso wichtig, wie ihnen beizubringen, wie sie generell mit Menschen interagieren sollten. Schon in frühen Jahren sollten Jugendliche wissen, dass jegliches Verhalten in der Online Welt, ebenso wie in der Realität, entsprechende Konsequenzen nach sich ziehen kann.

Hier sind einige Tipps, die Eltern helfen könnten:

  • Lasse Dein Kind wissen, dass dies jedem passieren kann und dass es nicht seine Schuld ist. Baue eine Vertrauensbeziehung zu Deinen Kindern auf, damit sie wissen, dass sie bei Problemen (einschließlich Mobbing) mit Dir sprechen können.
  • Erinnere Dein Kind daran, dass viele Leute irgendwann in ihrem Leben gemobbt werden. Es geht darum, die Sorgen richtig anzugehen, sie zu überwinden und voranzukommen.
  • Je nach Alter kannst Du die Online-Aktivitäten überwachen. Kinder in der Grundschule brauchen weniger Privatsphäre, aber die richtige Anleitung und den Schutz eines Erwachsenen. Es ist in Ordnung, dass Du deren Kennwörter kennst und genau beobachtest, was sie tun und mit wem sie kommunizieren. Kinder ab der 5. Klasse brauchen mehr persönlichen Freiräume. Und selbst wenn es Dich Überwindung kostet, ist es besser nur von Außen zu beobachten, aber nicht zu schnüffeln und neugierig zu werden.
  • Schaffe zu Hause eine angenehme Atmosphäre, in der Kinder frei darüber reden können, was sie online tun, welche Websites sie besuchen, welche Spiele, Filme und Musik sie mögen.
  • Erkläre ihnen, wie wichtig Online-Datenschutz ist und wie Informationen online ausgetauscht werden können. Nichts, das wir online hochladen, kann tatsächlich gelöscht werden. Lass sie wissen, dass Du ihnen helfen kannst, wenn sie etwas Unangemessenes, Ärgerliches oder Gefährliches sehen und dies kundtun möchten.
  • Versuche up-to-date zu sein, welche unterschiedlichen Netzwerk-Websites Deine Kinder verwenden. Stelle sicher, dass Du ihre Profilseiten sehen kannst. Das kann besonders bei Teenagern auf Widerstand stoßen und erfordert eine vertrauensvolle Eltern-Kind-Beziehung.
  • Lege Fristen und Regeln für die Verwendung des World Wide Webs fest und erkläre warum dies erforderlich ist. Mit anderen Worten, stelle sicher, dass Deine Kinder wissen, dass es außerhalb des Internets und von Online-Spielen ein Leben gibt. Versuche auch immer die Meinung Deiner Kinder einfließen zu lassen.
  • Sage Deinen Kindern das sie niemals auf Cybermobbing reagieren sollen. Außerdem sollten sie die Mitteilungen aufbewahren, ausdrucken und alle Informationen über den Mobber sammeln. Diese Informationen werden benötigt, um zu beweisen, dass ein Fall von Cybermobbing vorliegt und um die Person ausfindig zu machen.
  • Drohe Deinen Kindern nicht damit ihnen den Computer wegzunehmen. Dies ist nicht der Weg, um das Problem zu lösen. In der Tat könnte dies dazu führen, dass sie noch verschlossener werden.
  • Informiere die Lehrer der Schule oder spreche mit anderen Eltern im Freundeskreis des Kindes, wenn sich das Verhalten Deines Kindes schlagartig ändert.

Was kann das Cyberbullying bewirken?

Mobbing geschieht immer in der einen oder anderen Form in unserem Leben. Cybermobbing sollte Warnzeichen für den Täter und das Opfer zugleich sein. Der Mobber könnte ernsthafte psychische Probleme haben - er könnte bei Bekannt werden aus der Schule ausgeschlossen oder sogar daran gehindert werden, seine Ausbildung an der gewünschten Universität fortzusetzen. Auf der anderen Seite könnte das Opfer ein ernstes psychisches Problem entwickeln, das zu Angststörungen, Depressionen und sogar stressbedingten Störungen führt.

Cybermobbing ist keine "Kleinigkeit". Es ist ein schwerwiegendes, mehrstufiges Problem, das die ganze Familie des Kindes betrifft. Mobbing nimmt ein immer größeres Ausmaß an und ist ein Problem, dass es schon Jahrhunderte gibt.  Durch die heute vorhandene Technologie wird es jedoch verstärkt. Je mehr Platz das World Wide Web in unserem Leben einnimmt, desto schwerwiegender wird dieses Problem. Dessen müssen wir uns dessen bewusst sein. Ignorieren ist keine Option.